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# GemeindeschwesterPLUS für Aar-Einrich – dafür setzen wir uns ein
- URL: https://ghost2.stiehl-wolf.synology.me/gemeindeschwester-fur-aar-einrich-dafur-setzen-wir-uns-ein/
- Published: 2026-09-10T08:41:10.000Z
- Updated: 2026-09-10T11:03:20.000Z
- Description: Der Seniorenbeirat setzt sich seit 2025 dafür ein, die Gemeindeschwester+ auch nach Aar-Einrich zu holen. Jetzt eröffnet die geplante Verdopplung der Stellen eine neue Chance.
- Author: ASW
- Tags: Dafür setzen wir uns ein, GemeindeschwesterPLUS

Viele ältere Menschen möchten möglichst lange selbstständig in ihrem vertrauten Zuhause leben. Manchmal braucht es dafür keine Pflege, sondern jemanden, der zuhört, berät, Möglichkeiten kennt und dabei hilft, frühzeitig die richtige Unterstützung zu finden.

Genau dafür gibt es in Rheinland-Pfalz die **Gemeindeschwester+**. Und genau deshalb setzt sich der Seniorenbeirat Aar-Einrich seit längerer Zeit dafür ein, dass dieses Angebot endlich auch den älteren Menschen in unserer Verbandsgemeinde zur Verfügung steht.

## Eine Hilfe, bevor Pflege notwendig wird

Die Gemeindeschwester+ ist keine Pflegekraft, die pflegerische Leistungen übernimmt. Ihr Angebot setzt früher an.

Sie besucht ältere Menschen auf Wunsch zu Hause, berät kostenlos und persönlich und hilft beispielsweise bei Fragen zur Wohnsituation, Mobilität, gesundheitlichen Versorgung oder zu sozialen Kontakten. Sie kennt Angebote in der Region und kann Kontakte vermitteln. Gleichzeitig soll sie dazu beitragen, Strukturen aufzubauen, die älteren Menschen ein möglichst langes selbstständiges Leben ermöglichen.

Gerade in einer ländlich geprägten Verbandsgemeinde wie Aar-Einrich halten wir ein solches Angebot für besonders wichtig.

## Unser Einsatz begann nicht erst heute

Der Seniorenbeirat beschäftigt sich bereits seit längerer Zeit mit dem Thema. Gemeinsam mit der Verbandsgemeinde haben wir gegenüber dem Rhein-Lahn-Kreis deutlich gemacht, dass auch im Aar-Einrich Bedarf für die Gemeindeschwester+ besteht.

Bereits im Februar 2025 wurde dieses Interesse gegenüber dem Kreis schriftlich bekundet. Weitere Gespräche und Schriftwechsel folgten.

Dabei zeigte sich allerdings ein Problem, das uns bis heute beschäftigt: Das Landesprogramm wird vom Land finanziert, die konkrete Verteilung der vorhandenen Fachkräfte innerhalb eines Landkreises liegt jedoch wesentlich in der Verantwortung des Kreises.

Das zuständige Sozialministerium hat uns im Juni 2025 ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Entscheidung über die regionale Zuordnung innerhalb des Rhein-Lahn-Kreises dort getroffen wird.

Damit begann für uns ein ausgesprochen mühsamer Weg.

## Flächendeckend – aber nicht im Aar-Einrich

Rheinland-Pfalz bezeichnet die Gemeindeschwester+ inzwischen als flächendeckend eingeführtes Landesprogramm. Rund 90 Fachkräfte sind landesweit tätig.

Doch „flächendeckend“ bedeutet zunächst einmal, dass das Programm in allen Landkreisen und kreisfreien Städten vorhanden ist. Es bedeutet nicht automatisch, dass ältere Menschen in jeder Verbandsgemeinde tatsächlich eine Gemeindeschwester+ erreichen können.

Genau hier liegt unser Problem.

Im Rhein-Lahn-Kreis begann der Einsatz 2021 in der Verbandsgemeinde Loreley, 2022 kam die Verbandsgemeinde Nastätten hinzu. Für die Seniorinnen und Senioren im Aar-Einrich besteht bis heute kein vergleichbares Angebot.

Aus unserer Sicht kann von einer wirklichen flächendeckenden Versorgung erst gesprochen werden, wenn nicht nur der Landkreis auf einer Karte als „versorgt“ gilt, sondern die Menschen das Angebot tatsächlich vor Ort nutzen können.

## Die bisherige Stellenzahl setzt enge Grenzen

Eine wesentliche Ursache liegt in der bisherigen Finanzierungssystematik. Das Land förderte pro Landkreis beziehungsweise kreisfreier Stadt höchstens **1,5 Vollzeitstellen** – unabhängig davon, wie groß ein Landkreis ist, wie viele ältere Menschen dort leben oder welche Entfernungen zurückgelegt werden müssen.

Gerade in einem Flächenkreis stößt dieses Modell zwangsläufig an Grenzen.

Eine Gemeindeschwester+ soll nicht lediglich telefonisch erreichbar sein. Ein wesentlicher Teil ihrer Arbeit besteht aus persönlichen Kontakten und Hausbesuchen. Wenn wenige Fachkräfte große Gebiete betreuen sollen, lässt sich dieses Konzept nur schwer überall gleichermaßen umsetzen.

Für uns ist deshalb klar: Es darf nicht dauerhaft bei einer Verteilung bleiben, bei der einige Regionen profitieren und andere außen vor bleiben.

## Wir haben immer wieder nachgehakt

Der Seniorenbeirat hat sich mit dieser Situation nicht abgefunden.

Wir haben gegenüber den Verantwortlichen im Rhein-Lahn-Kreis mehrfach auf den Bedarf im Aar-Einrich hingewiesen und eine konkrete Entscheidung eingefordert. Dabei ging es uns nicht darum, anderen Regionen etwas wegzunehmen. Unser Ziel war und ist eine Lösung, durch die auch ältere Menschen in unserer Verbandsgemeinde Zugang zu diesem Landesprogramm erhalten.

Die Gespräche waren allerdings immer wieder von Zuständigkeitsfragen, vorhandenen Stellenanteilen und der Verteilung der begrenzten Kapazitäten geprägt.

Für die Betroffenen ist eine solche Verwaltungslogik nur schwer nachvollziehbar: Ein landesweit beworbenes Angebot existiert – aber am eigenen Wohnort kann man es nicht nutzen.

## Die neue Landesregierung eröffnet eine Chance

Inzwischen gibt es eine wichtige neue Entwicklung.

CDU und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag für die neue Legislaturperiode ausdrücklich vereinbart, **die Zahl der Fachkräfte Gemeindeschwester+ zu verdoppeln und regional ausgewogen über das ganze Land zu verteilen**.

Dieser Satz ist für uns von besonderer Bedeutung.

Denn mit der Verdopplung der Stellen darf aus unserer Sicht nicht lediglich das bisherige Verteilungssystem vergrößert werden. Die zusätzlichen Möglichkeiten müssen genutzt werden, um bestehende Versorgungslücken tatsächlich zu schließen.

Deshalb haben wir uns erneut an die Landespolitik gewandt. Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Aar-Einrich, **Lars Denninghoff**, haben wir Sozialministerin **Sabine Bätzing-Lichtenthäler** gebeten, Aar-Einrich bei der anstehenden Erweiterung des Programms ausdrücklich zu berücksichtigen.

Unsere Forderung ist klar: **Aar-Einrich braucht eine eigene Gemeindeschwester+ oder zumindest einen Stellenanteil, der eine verlässliche Versorgung unserer Verbandsgemeinde ermöglicht.**

## Warum wir an diesem Thema dranbleiben

Für den Seniorenbeirat ist die Gemeindeschwester+ mehr als ein weiteres Beratungsangebot.

Sie verkörpert einen Ansatz, den wir für die zukünftige Seniorenarbeit im ländlichen Raum für entscheidend halten: Unterstützung soll nicht erst einsetzen, wenn ein Mensch pflegebedürftig geworden ist. Sie sollte früher beginnen – dort, wo Einsamkeit entsteht, Mobilität schwieriger wird, das eigene Haus zunehmend zur Belastung werden kann oder jemand schlicht nicht weiß, an wen er sich mit einer Frage wenden soll.

Eine Gemeindeschwester+, die ihre Region kennt und zu den Menschen kommt, kann hier eine wichtige Verbindung schaffen.

Deshalb werden wir weiter darauf drängen, dass die angekündigte Ausweitung des Landesprogramms auch im Aar-Einrich ankommt.

**Denn flächendeckende Versorgung ist für uns erst dann erreicht, wenn auch die Menschen vor Ort etwas davon haben.**

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****Mitgestalten.Mitentscheiden.Mitwirken.**  
Der Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Aar-Einrich engagiert sich dafür, die Lebensbedingungen älterer Menschen zu verbessern.  
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